Gesund und vielseitig:
Walnüsse gehören das ganze Jahr auf den Speiseplan
Walnüsse dürfen in der Adventszeit auf keinem bunten Teller fehlen, doch auch
außerhalb der Hochsaison erfreuen sie sich zunehmender Beliebtheit. Aus gutem
Grund: Denn Nüsse und vor allem die Walnuss sind das i-Tüpfelchen für eine
gesunde Ernährung. Die günstigen Effekte etwa auf den Cholesterinspiegel oder
das Herzinfarktrisiko sind wissenschaftlich belegt. Im Sommer 2003 hat die
amerikanische Gesundheitsbehörde FDA (U.S. Food and Drug Administration), die
über die Zulassung von Arzneimitteln entscheidet, den gesundheitlichen Nutzen
von Walnüssen offiziell bestätigt. Der tägliche Verzehr von ca. 40 Gramm
Walnüssen im Rahmen einer gesunden Ernährungsweise (wenig gesättigte Fettsäuren
und Cholesterin) kann das Risiko von Herzerkrankungen senken, so die Aussage
der FDA.
Der positive Effekt von Walnüssen auf den Cholesterinspiegel und vor allem auf
das ‚schlechte' LDL-Cholesterin wurde erstmals 1993
in einer Ernährungsstudie festgestellt. Die Probanden, 18 gesunde Männer,
ernährten sich cholesterinbewusst nach den Empfehlungen der American Heart Association. Durch Zugabe von Walnüssen zu der Diät
ging das LDL-Cholesterin um 16 Prozent und das
Gesamtcholesterin um 12 Prozent zurück. Die "Cholesterin-Diät"
alleine, ohne Walnüsse, war nicht so effektiv. In weiteren Studien konnte unter
anderem gezeigt werden, dass auch eine mediterrane Kost (1) und die gesunde Asia-Küche (2) durch Zugabe von Walnüssen gesundheitlich
aufgewertet wird.
Ein interessantes Ergebnis der Walnuss-Studien war: Die Studienteilnehmer
nahmen nicht zu, einige nahmen sogar ab. Im direkten Vergleich erwies sich eine
sehr fettarme Ernährung (20 Prozent der Energie) sogar als weniger günstig bei
der Gewichtsabnahme als eine Diät mit moderatem Fettgehalt (35 Prozent der
Energie), die auch Nüsse enthielt. (3) Etwa 100 übergewichtige Erwachsene
hielten sich 18 Monate an eine der beiden Diäten mit mediterraner Kost. Dabei
erzielte die Gruppe, die etwas mehr Fett essen durfte und auch Nüsse mit im
Speiseplan hatte, eine bessere Gewichtsabnahme als die Gruppe mit der sehr
fettarmen Ernährung. Außerdem nahmen diese Studienteilnehmer über einen
längeren Zeitraum nicht wieder zu. Der Grund: Die Teilnehmer fühlten sich satter
und konnten dadurch die Diät besser einhalten.
Wer regelmäßig eine Handvoll Walnüsse isst, verbessert aber nicht nur seinen
Cholesterinspiegel, sondern beugt auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor. Große
epidemiologische Studien deuten darauf hin, dass Menschen, die häufiger
Baumnüsse und vor allem Walnüsse essen, seltener einen Herzinfarkt oder
plötzlichen Herztod erleiden. Zu diesem Schluss kam eine Untersuchung im Rahmen
der US Physicians Health Study, in der über 21.000 Männer über einen Zeitraum von 17
Jahren beobachtet wurden. Im Vergleich zu Männern, die nie oder nur selten
Nüsse aßen, war das Risiko des akuten Herztods bei den Männern, die mindestens
zweimal die Woche Nüsse verzehrten, um 47 Prozent geringer. (4)
Die günstige Wirkung der Walnuss beruht auf den wertvollen Inhaltsstoffen und
vor allem der besonderen Fettsäurenzusammensetzung. Die Walnuss ist nicht nur
reich an mehrfach ungesättigten Fettsäuren, auch das Verhältnis der
lebensnotwendigen Fettsäuren alpha-Linolensäure
(Omega-3-Fettsäure) und alpha-Linolsäure
(Omega-6-Fettsäure) zueinander ist mit etwa 1:4 sehr günstig. Als Quelle für
Omega-3-Fettsäuren ist die Walnuss nur schwer zu überbieten. 100 g Walnüsse
enthalten 9 g alpha-Linolensäure. Um diese Menge mit
Haselnüssen aufzunehmen, müsste man 10 Kilo Haselnüsse essen. Keine andere Nuss
und auch sonst kaum ein Lebensmittel, außer Lachs und anderen Seefischen, ist so reich an Omega-3-Fettsäuren wie die Walnuss.
Die Wirkung von Omega-3-Fettsäuren im Blut ist gut untersucht. Sie senken den
Blutdruck, hemmen Entzündungen in den Arterien und verhindern das Verklumpen
von Blutplättchen (Thrombozytenaggregation). Dadurch
wird die Gefahr gebannt, dass sich Blutgerinnsel in den Gefäßen absetzen und
diese verschließen. Die Durchblutung in den Gefäßen wird insgesamt verbessert.
Der entzündungshemmende Effekt von Omega-3-Fettsäuren ist relevant für eine
Vielzahl von weiteren Erkrankungen. So spielen unter anderem bei der
Alzheimer-Erkrankung, Arthrose, Asthma und Autoimmunerkrankungen entzündliche
Prozesse eine große Rolle.
Die Omega-3-Fettsäure ist aber nicht der einzige Trumpf der Walnuss. Walnüsse
sind auch eine der wichtigsten pflanzlichen Quellen für Antioxidantien,
denen eine wichtige Rolle bei der Bekämpfung verschiedener Erkrankungen wie Arteriosklerose
oder Krebs zu geschrieben wird.
(1) Munoza et al.:
Walnut-enriched diet increases the association of LDL from hypercholesterolemic
men with human HepG2cells. Journal of Lipid Research, 2001, 42,2069-2076
(2) Iwamoto et al.: Serum lipid profiles in Japanese women and men during
consumption of walnuts.
European Journal of Clinical Nutrition, 2002, 56, 629-637
(3) McManus et al.: A randomized controlled trial of moderate-fat, low-energy
diet compared
with a low fat, low-energy diet for weight loss in overweight adults.
International Journal of
Obesity, 2001, 25, 1503-1511
(4) Albert et al.: Nut Consumption and Decreased Risk of Sudden Cardiac Death
in the Physicians Health Study. Archives of Internal Medicine, 2002, Volume 162
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